Vesteralen im Norwegen-Lexikon

Nördlich der Lofoten liegt die Inselgruppe der Vesterålen. Hier ist die Natur nicht ganz so faszinierend wie auf den Lofoten. Ein Besuch lohnt sich aber dennoch. Das gern als grüne Insel bezeichnete Eiland Hadseløya misst im Umfang genau 42,195 km. Das ist insofern erwähnenswert, da es sich hierbei genau um die Distanz einer klassischen Marathonstrecke handelt. Der Hauptort der Insel heißt Stokmarknes. Im Ort, der 1776 Stadt- und Handelsrecht erhielt, leben derzeit ca. 3.700 Menschen. 1881 wurde in der Stadt die Schifffahrtsgesellschaft „Vesterålen Dampskipselskap“ gegründet. Die Stadt wird zudem von den Hurtigruten-Schiffen angelaufen. Zum Thema Hurtigruten gibt es in Stokmarknes ein privates Museum. Nur wenige Kilometer vom Hauptort entfernt, liegt Hadsel mit der interessanten achteckigen Kirche aus dem Jahr 1824 und einem aus dem Jahr 1520 stammenden Altar. Sehenswert auch der angrenzende Kulturdenkmalpark. Hier findet der Interessierte 22 frühgeschichtliche Denkmäler aus der Eisenzeit.

Der an der Südküste der Insel Hadseløya liegende Ort Melbu lädt zur Besichtigung seiner beiden Museen ein. Im Norwegischen Fischereimuseum, einer alten Heringsöl- und Fischmehlfabrik, wird die Geschichte der Fischfangwirtschaft vom Fang bis zur Verarbeitung erzählt. Die natur- und kulturhistorische Geschichte wird im Vesterål-Museum dargestellt. Es befindet sich in einem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert.

Auf der Insel Langøya liegt die 4.000 Einwohner zählende Stadt Sortland, die auch gern als die heimliche Hauptstadt der Vesterålen angesehen wird. Sortland bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Hier befindet sich z. B. auch der einzige „Vinmonopolet“ der Umgebung, also die einzige Möglichkeit zum Einkauf höherprozentiger Spirituosen. Architektonisch bietet die Stadt allerdings nicht zu viel. Deshalb gibt es das interessante Projekt, die Fassaden der Häuser einiger markanter Bauten blau zu streichen.

Von der Stadt Sortland auf der Insel Langøya führt die Regionalstraße Rv 82 über eine Brücke auf die Insel Andøya. Als erstes erreicht man auf der Insel die Stadt Risøyhamn mit dem Andøy-Museum. Die eigenwillige Insellandschaft wir durch weitläufige Ebenen mit den berühmten Moltebeerensträuchern geprägt. In Dverberg stößt man bei der Weiterfahrt unumgänglich auf die viel fotografierte achteckige Kirche aus dem Jahr 1843. Einen nächsten Stopp sollte man in Ramså einlegen. Hier befindet sich ein Geologielehrpfad, der die Geschichte des Gebietes aus dem Jura und der älteren Kreidezeit erklärt.

Die Staße über Andøya endet in Andenes mit dem 40 Meter hohen Leuchtturm. Von ihm bietet sich ein weiter Blick über die rauen Berge, die weißen Sandstrände und das Nordmeer. Von hier aus hat man auch den besten Blick auf die Mitternachtssonne in der Zeit vom 19. Mai bis 25. Juli. Der bereits Ende des 13. Jahrhunderts gegründete Ort bietet auch die Möglichkeit zur Teilnahme an Walsafaris. In der Zeit von Ende Mai bis Mitte September werden diese Beobachtungsfahrten unternommen. Vorteil der Walbeobachtungen von hier ist die ausnahmsweise kurze Anfahrt wegen des steil abfallenden Meeresbodens. In diesen Gegenden finden die Wale sehr gut Nahrung, eine Gelegenheit zur Beobachtung ist damit gegeben. Für eine Walbeobachtung sollte man wegen des Wetters nicht nur einen Tag einplanen.

Der mit 24.000 Einwohnern größte Ort der Vesterålen heißt Harstad und liegt auf der Insel Hinnøya. Hinnøya ist mit 2.198 km² die größte und gleichzeitig südlichste Insel der Gruppe. Hinnøya ist aber nicht nur die größte Insel der Vesterålen sondern die größte norwegische Insel überhaupt.


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