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Dovre im Norwegen-Lexikon

Eine Beobachtung der Moschusochsen auf dem Dovre gelingt besonders gut im Sommer im Kaldvelladen oder im Stroplsjødalen, wenn die Tiere auf den Restschneefeldern Kühlung suchen. Das dicke Fell ist im Sommer ohnehin eine große Belastung für die Tiere, schützt sie aber andererseits vor den Stechmücken. Im Sommer erreichen die Temperaturen auf dem Fjell durchaus manchmal Werte bis nahe 30° C in der Sonne. Dann schützt die kälteharten Tiere nur der Schatten hoher Felswände, denn Bäume sind im Dovre praktisch nicht zu finden. Auf einer geführten Besichtigungstour wird der Führer den zu engen Kontakt zu den Tieren meiden. Die Ochsen mit den großen und scharfen Hörnern sind nicht ganz ungefährlich. Fühlen sie sich bedroht, schließen sie sich zu einem Kreis zusammen, die Kälber in die Mitte nehmend, und führen dann blitzschnell Attacken auf die vermeintlichen Angreifer aus. Gegner werden durch Stöße mit den Hörnern und Huftritte außer Gefecht gesetzt. Der Moschusochse hat auf dem Dovrefjell eigentlich keine natürlichen Feinde. Gefahr für den Bestand besteht nur durch extrem schneereiche Winter, wenn die Futtergrundlage knapp wird. Diese sind im Dovre aber selten. Schließlich gilt das Gebirge als niederschlagsärmste Region in Südnorwegen. Eine zweite Gefahr stellt der Blitzschlag bei Gewitter dar. Hier kann es vorkommen, das bei einer dicht zusammengedrängten Herde gleich mehrere Tiere getötet werden.

Zu den dominanten Tieren der Fauna auf dem Dovrefjell gehört neben dem gewaltigen Moschusochsen der Vielfraß. Dieses Tier kommt im Nationalpark recht häufig vor. Mit seiner Spannhaut zwischen den Zehen kann er sich im Winter auf dem Schnee flink bewegen. Der Vielfraß, das etwa hundgroße Mardertier stellt für die anderen Tiere, außer dem Moschusochsen natürlich, eine ernste Gefahr dar. Besonders im Winter, wenn Rehe, Hirsche und andere größere Tiere im Schnee einsinken, werden sie eine leichte Beute für den wendigen Vielfraß. Der Järv, wie er in Norwegen heißt, zeichnet sich aber im Gegensatz zu seinem Namen gar nicht durch übermäßigen Fleischverzehr aus. Er frisst durchaus auch Pflanzen. Eine Gefahr stellt der Vielfraß aber vor allem für die Rentierzüchter dar, da er sich gern an den Kälbern der Rentiere „vergreift“. Er wird deshalb von den Züchtern gejagt. Keine ernste Gefahr stellt der Marder für die Zuchtpferde dar. Diese werden bevorzugt im Sommer auf dem Fjell frei laufend gehalten. Dann ist der Vielfraß nicht so flink und nicht schnell genug für die Jagd auf die Pferde. Die weite offene Tundra des Dovrefjell ist ein Paradies für die Greifvögel. Auf den offenen Flächen finden sie leichte Beute im Bestand der kleineren Nager. Anzutreffen sind neben dem Steinadler, Habichte, Falken (auch der sehr seltene Gerfalke) und Bussarde. Auch Schneeeulen und Sumpfohreulen findet man im Dovre.

Geologisch gesehen besteht das Dovre aus Schiefergestein und im Westen aus Granit und anderem harten Tiefengestein. Die Eiszeit hat eine mächtige Moränenschicht über das Tiefengestein geschoben. Die Eiszeit formte auch die einzeln stehenden markanten Berge. Mächtig ragt die 2286 Meter hohe Snøhetta über das Fjell. Durchzogen wird das Fjell durch Typische eiszeitliche Trogtäler, wie das der Driva. Durch dieses Tal verläuft der historische Weg, der zur Besiedelung nördlicher Landesteile vom Oslofjord aus hinauf in den Norden bis nach Trondheim führte.


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